Verfasser*in: Lukas Brunner

COP27: Eindrücke und Erfahrungen – Teil 1

Zur UN Klimakonferenz nach Ägypten begleiteten uns vier Stipendiat:innen des Forum Alpbach Netzwerks, die auf unserem Blog über ihre Eindrücke und Erfahrungen in Scharm El-Scheich berichten. Lukas Brunner, Klimaforscher and der Universität Wien, gibt in diesem Artikel einen Einblick über seine Tage bei der COP27.

Als Physiker, der seit inzwischen fast 10 Jahren in der Klimaforschung arbeitet, ist eine Sache für mich absolut klar: Je mehr CO2 wir in die Atmosphäre emittieren, desto mehr CO2 sammelt sich in der Atmosphäre und umso stärker erwärmt sich unser Planet. Dieser Zusammenhang ist seit bald 100 Jahren bekannt und in der Naturwissenschaft unumstritten. Die relevante Frage, die wir uns stellen müssen, ist also: Wie erreichen wir möglichst schnell und gerecht eine Welt, in der wir unsere Emissionen so weit reduzieren, dass wir nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre emittieren, als wir auch wieder entfernen?

Verantwortung für das Klima

Die 27. UN-Klimakonferenz oder Conference of the Parties (COP27) hat die Aufgabe diese Frage beantworten. Sie bringt Verhandler:innen aus der ganzen Welt zusammen, um unter internationaler Beobachtung einen möglichst effizienten und gerechten Weg zu finden, dieses Ziel zu erreichen. Gerade die internationale Aufmerksamkeit, für die das Engagement von Akteuren außerhalb der Politik (wie der Greiner AG), unverzichtbar ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn es ist öffentliche Aufmerksamkeit für die Probleme und der dadurch entstehende Druck, der die Politik dazu bringt zu handeln, wie zum Beispiel die Fridays For Future Bewegung und ihr Einfluss auf den politischen Diskurs der letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt hat.

Die junge Generation

Der Aufschrei der jungen Generation ist auch bei den COPs immer klarer zu hören. Immer mehr Länder senden Jugenddelegierte und mit Omnia El Omrani hatte die COP27 erstmals eine offizielle Vertreterin der Jugend. Doch bis die Stimmen jener, die von den Auswirkungen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten am stärksten betroffen sein werden, adäquates Gewicht haben, ist es noch ein weiter Weg. Dabei konnte man den Eindruck gewinnen, dass die jungen Menschen einen viel klareren Blick auf das haben, was passieren muss, wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, vielleicht auch weil sie weniger von diplomatischen Gepflogenheiten zurückgehalten werden.

Schritte setzen

Wir müssen Schritte setzen, die von globalen Spielregeln bis hin zu individueller Verantwortung reichen müssen. Denn obwohl die die COP27 sich in der Verlängerung auf noch einen Abschlusstext einigen konnte, bleibt dieser doch weit hinter dem zurück, was notwendig ist, um unser Klima auf einem ungefährlichen Niveau zu stabilisieren. Umso mehr braucht es Akteure wie Firmen und Individuen außerhalb der Politik und nationalen Gesetzgebung, die bereit sind mehr zu tun als vorgegeben. Thomas Zehetner, Klimasprecher des WWF Österreich, sagte dazu bei einem Gespräch, die COP sei wie eine eigene Welt und die Verhandlungen teilweiße losgelöst von wissenschaftlichen Tatsachen. Doch das sei auch eine Chance, denn die reale Welt sei damit natürlich auch in der Lage, mehr zu tun als von der COP vorgegeben. In diesem Sinne ist es diese reale Welt, die jetzt gefordert ist, die beschlossenen Vorgaben zum Klimaschutz, zur Anpassung und zur Kompensation auch tatsächlich umzusetzen und darüber hinauszugehen.

Dieser Text gibt ausschließlich die Meinung und Eindrücke des Autors wieder.

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Lukas Brunner

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