Kunststoffe – Mythen & Fakten

Mythos 1:
Plastik braucht kein Mensch!

Die Einsatzgebiete für Kunststoffe sind vielfältig. Am bekanntesten sind Verpackungen für Lebensmittel oder Kosmetikprodukte, die wir im Supermarkt finden und im Alltag nutzen. Daneben finden sich Kunststoffe aber auch in Autos, in Flugzeugen oder im Krankenhaus bzw. beim Arzt. Eine Operation ohne Hilfsmittel aus Kunststoff wäre heute etwa undenkbar. Kunststoffe werden darüber hinaus auch im Bausektor, für Textilien oder als Gehäuse für Elektrogeräte genutzt. In all diesen Produkten finden sie als leichtes, preiswertes und multifunktionsfähiges Material ihren Anwendungsbereich – teilweise ohne umweltfreundlichere Alternativen.

Gerade bei Lebensmittelverpackungen zeigen sich die Vorteile von Kunststoffen. Lebensmittel wie Gemüse, Milchprodukte oder Fleisch halten in Kunststoff verpackt 10 bis 25 Tage länger als unverpackte Produkte. Sichere, hygienische Verpackungen verhindern somit das frühzeitige Verderben von Lebensmitteln. Diese Funktion von Verpackungen ist alles andere als wertlos oder überflüssig. Sie ist enorm wichtig, denn mehr als ein Drittel aller weltweit hergestellten Lebensmittel wird laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen heutzutage verschwendet. Daneben zeigen zahlreiche Studien, dass der CO2-Fußabdruck durch zerstörte oder verdorbene Güter wesentlich schwerer wiegt als jener von Verpackungen.

Unser Tipp: Keine Lebensmittel verschwenden und somit CO2 einsparen.

„Kunststoffe begleiten uns in allen Lebenslagen, vor allem als Verpackungen, aber auch im Bau- oder im Verkehrssektor. Kunststoffverpackungen verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, Kunststoffteile reduzieren das Gewicht von Autos und Flugzeugen. In der Folge verringert das Material in all diesen Situationen im Vergleich zu den meisten Materialen den Ausstoß von CO2-Emissionen. So tragen Kunststoffe auch zur Klimarettung bei!“

Axel Kühner
CEO, Greiner AG

Mythos 2:
Das größte Problem ist unser Plastikmüll!

Die globale Bevölkerungszunahme und der wachsende Wohlstand in der Welt führen zu immer mehr Müll. Müll ist vor allem ein Problem urbaner Regionen, steigt aber weltweit an. Mit den steigenden Müllbergen ist gleichzeitig die notwendige Entsorgungsinfrastruktur nicht im selben Tempo mitgewachsen, sodass ein globales Müllproblem entstanden ist.

Doch was genau fällt alles unter Müll? In Europa zeigen Statistiken von Eurostat und der Europäischen Kommission, dass der private Hausmüll weniger als 10 Prozent der Gesamtabfälle (nach Gewicht) ausmacht. Von diesen nicht einmal 10 Prozent entfällt die Hälfte auf Restmüll. Danach haben Küchenabfälle und Papier den größten Anteil. Kunststoffabfälle kommen beim Hausmüll erst an vierter Stelle. In den 27 EU-Mitgliedsstaaten werden außerdem etwas mehr als die Hälfte der Abfälle einer Rückgewinnung zugeführt.

Global zeigt sich, dass schätzungsweise 95 Prozent des Plastikmülls in den Ozeanen aus gerade einmal 10 Fluss-Systemen (vorwiegend in Afrika und Asien) stammen. Grund dafür sind hohe Bevölkerungszahlen in Küstennähe und fehlende Entsorgungssysteme. Hier ist Plastikmüll sehr wohl ein Problem, dem mit dem massiven Ausbau von Entsorgungsstrukturen begegnet werden muss.

Unser Tipp: Der beste Umweltschutz ist die Vermeidung von Müll!

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass Kunststoffabfälle nicht mehr als wertloser Müll betrachtet werden. Vielmehr wollen wir, dass genutzte Kunststoffe gesammelt, sortiert und recycelt werden – nur so können sie anschließend als Rezyklate wieder in neuen Produkten Anwendung finden. Gelingt uns dies, haben wir eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft geschaffen.Konkret sollen alte Verpackungen zu neuen Verpackungen werden.“

Manfred Stanek
CEO, Greiner Packaging International

Mythos 3:
Ein Verbot von Plastik schützt die Umwelt!

Weniger Plastik bedeutet nicht gleich mehr Umweltschutz. Denn: Kunststoffverpackungen sorgen unter anderem für eine längere Haltbarkeit von Lebensmitteln. Dies ist enorm wichtig, immerhin wird mehr als ein Drittel aller weltweit hergestellten Lebensmittel verschwendet. Diese Lebensmittelabfälle tragen laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zu 8 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen bei. Wenn nur ein Bruchteil davon verhindert werden kann, sparen wir tonnenweise CO2 und schützen das Klima.

Bei aller Kritik an Kunststoffen sollte nie vergessen werden, dass bei Lebensmitteln eine grobe Faustregel gilt: Die CO2-Emissionen durch die Herstellung einer Verpackung liegen bei weniger als 10 Prozent des CO2-Ausstoßes, der durch die Herstellung des Lebensmittels verursacht wird. Wer die Umwelt schützen will, sollte daher vor allem darauf achten, Lebensmittel zu kaufen, die emissionsarm produziert worden sind: Das sind vor allem regionale und saisonale Produkte.

Außerdem gilt zu beachten: Für die Umwelt (und entsprechend die Umweltbilanz) macht es beispielsweise einen großen Unterschied, ob es sich um Mehrweg- oder Einwegplastikflaschen handelt. Mehrwegflaschen aus Kunststoff (z. B. für Mineralwasser, Limonade oder Fruchtsaft) verursachen mehr als 50 Prozent weniger CO2-Emissionen.

Unser Tipp: Wer das Klima schützen will, sollte beim Einkauf auf kurze Lieferwege achten und Lebensmittel konsumieren, die eine geringe Umweltbelastung haben.

„Auch wenn es zunächst widersprüchlich klingt: Kunststoffe schützen die Umwelt. Sie helfen dabei, CO2 einzusparen und weisen im Vergleich zu alternativen Materialien wie Papier oder Glas zumeist eine bessere Umweltbilanz auf. Das gilt aber nur unter der Prämisse, dass die Kunststoffe entsprechend gesammelt und entsorgt werden.“

Marina Kunaeva
Sustainability & Corporate Responsibility Management, Greiner AG

Mythos 4:
Verpackungen aus Papier sind besser!

Dieser Gedanke liegt nahe, stimmt aber nicht zwingend. Wälder spielen im Kampf gegen den Klimawandel eine herausragende Rolle, weil Bäume CO2 binden und auf diesem Weg als Speicher für schädliches Kohlenstoffdioxid dienen. Weniger Wald bedeutet weniger CO2-Speicher. Zudem sind vermeintliche Papierverpackungen, wie der „Pappbecher“, häufig mit einer Polyolefin-Schicht, also einer Kunststoffschicht, überzogen. Auch wenn sie nach Papier aussehen, sind Papierverpackungen zudem oft ein bunter Mix aus unterschiedlichen Materialien, die nach ihrer Verwendung kaum voneinander trennbar sind. Daher ist das Recycling der Produkte zumeist nicht möglich.

Damit beispielsweise Papiersackerl dem kiloschweren Einkauf standhalten und nicht reißen, müssen sie viel dicker als herkömmliches Papier sein. Dementsprechend braucht es mehr Rohstoff, der darüber hinaus auch noch chemisch behandelt werden muss. Außerdem benötigt die Herstellung des Papiersackerls viel mehr Energie und Wasser als das Pendant aus Plastik. Auch dies verschlechtert die Umweltbilanz von Papier. Laut Deutscher Umwelthilfe muss ein Papiersackerl mindestens 3-mal wiederverwendet werden, um auf die gleiche Umweltbilanz zu kommen wie das Plastiksackerl.

Unser Tipp: Sackerl immer wieder verwenden und nicht nach einmaligem Gebrauch wegwerfen – egal ob aus Papier oder Plastik.

„Kunststoffe konkurrieren mit anderen Verpackungsmaterialien wie Glas, Papier oder Aluminium. Alle Materialien sollten dort eingesetzt werden, wo sie am umweltfreundlichsten zum Schutz des Produkts beitragen. Die Richtschnur muss dabei die sogenannte Umweltbilanz sein, also eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges. Tut man dies, zeigt sich, dass Kunststoffe häufig klar im Vorteil sind.“

Andreas Auinger
International Project Manager, Greiner Packaging International

Mythos 5:
Verpackungen aus Glas sind besser!

Ob diese weit verbreitete These stimmt, hängt von der verwendeten Glasflasche ab. Glasflaschen verbrauchen in der Herstellung erst einmal mehr Energie als Plastikflaschen. Damit sie wirklich besser für die Umwelt sind, müssen sie unbedingt mehrmals verwendet werden. Eine Glasmehrwegflasche kann bis zu 50-mal neu befüllt werden – das ist gut. Sie ist allerdings schwerer als eine Plastikflasche, was für die gesamte Umweltbilanz bei weiten Transportwegen negativ ist. Wichtig ist daher, dass die Glasflasche nicht weit transportiert wird. Je näher Abfüll- und Verkaufsort liegen, desto besser schneidet die Glasflasche ab. Nur bei kurzen Transportwegen ist sie für die Umwelt wirklich besser als die Variante aus Plastik. Zudem gilt es zu beachten: Nur aus sortenreinem Glas kann wieder neues Glas werden.

Das ist auch bei allen anderen Materialien wie Plastik, Papier oder Metall der Fall. Das Recycling von Materialien setzt ihre Trennung voraus. Wenn man es in einen größeren Zusammenhang setzt, bedeutet das: Wer seinen Müll trennt, sorgt also dafür, dass die Ressourcen der Erde geschont werden.

Unser Tipp: Verbraucher sollten sich beim Einkauf von Getränken aus Einwegflaschen für Kunststoff entscheiden. Beim Einkauf von Mehrwegflaschen gilt die Regel: Die Gesamtökobilanz hängt stark vom Transportweg ab. Je näher die Quelle und der Abfüller sind, desto besser schneidet die Glasflasche ab.

„Kurze Transportwege sind heute selten. Daher sind Verpackungen aus Glas selten umweltfreundlicher. Zumeist kann die Verpackung aus Kunststoff eine bessere CO2-Bilanz vorweisen – und diese sollte neben der umfassenden Umweltbilanz das zentrale Kriterium für eine umweltfreundliche Verpackung sein.“

Stefan Ebli
Chief Product Designer, Greiner Packaging International

Mythos 6:
Biokunststoffe sind besser!

Der Begriff Biokunststoffe wird häufig als Synonym für biobasiert, biologisch abbaubar, kompostierbar genutzt. Es lohnt sich daher, den Begriff differenzierter zu betrachten und die unterschiedlichen Facetten herauszuarbeiten.

Biobasierte Kunststoffe unterscheidet von konventionellen Kunststoffen, dass sie nicht aus Öl oder Gas, sondern aus Pflanzenmaterial wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt werden. Diese Grundlage aus landwirtschaftlich erzeugtem Rohmaterial muss aber nicht zwingend umweltfreundlicher sein. Dies liegt einerseits am Verbrauch der knappen Ressource Wasser sowie dem Einsatz von Pestiziden, womit die Umweltbilanz biobasierter Kunststoffe verschlechtert wird. Andererseits kann die Produktion landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie sie für Bioplastik benötigt werden, zur Entwaldung und Zerstörung von Lebensraum führen – ein wesentlicher Faktor, weshalb Landwirtschaft bzw. Landnutzung zu den wichtigsten Quellen menschengemachter Treibhausgasemissionen gehört. Das deutsche Umweltbundesamt fasst zusammen: „Biobasierte Kunststoffe sind noch längst nicht umweltfreundlicher als herkömmliche Kunststoffe.“

Biokunststoffe sind dann umweltfreundlich, wenn sie aus der sogenannten 2. oder 3. Generation stammen. In diesem Fall handelt es sich um Kunststoffe aus Abfall.

Unser Tipp: Seien Sie kritisch bei Sackerln oder anderen Produkten aus biobasierten Kunststoffen. Es kommt immer auf den Rohstoff an.

„Aktuell sind biobasierte Kunststoffe keineswegs nachhaltiger. Dies zeigen uns Umweltbilanzen zu biobasierten Materialien. Das muss jedoch nicht immer so bleiben. Wenn biobasierte Kunststoffe beispielsweise aus biologischen Abfällen hergestellt werden, wendet sich das Blatt. Der Maßstab muss die Umweltauswirkung sein – und da sind biobasierte Kunststoffe aktuell nur begrenzt nachhaltig.“

Bettina Carow
Group Category Manager Plastics, Greiner Packaging International

Mythos 7:
Mülltrennung lohnt sich nicht, weil alles verbrannt wird!

Nein, es wird nicht generell der ganze Müll verbrannt. Wahr ist trotzdem, dass die Sammel-, Sortier- und Entsorgungssysteme je nach Stadt oder Land unterschiedlich sind. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass Mülltrennung immer sinnvoll ist. Es gilt die goldene Regel: Nur was getrennt wird, kann später recycelt werden.

Laut deutschem Umweltbundesamt werden knapp 70 Prozent der Verpackungsabfälle in Deutschland recycelt. Das klingt viel, die Quote ist aber je nach Material sehr unterschiedlich: Knapp 90 Prozent von Papier und Karton, Aluminium oder Glas werden wiederverwendet, aber nur knapp die Hälfte der Kunststoffe. Das prominenteste Beispiel solcher Verpackungen sind Getränkeflaschen aus PET. Diese werden gesammelt, recycelt und das Material wird wiederwendet.

Gesammelte Kunststoffverpackungen werden nach Sortierung überwiegend stofflich verwertet und zur Herstellung von neuen Produkten eingesetzt (z. B. Pflanzentöpfe, Rohre, Kanister etc.). Nicht verwertbares Material wird zumeist als Brennstoff genutzt und ersetzt auf diesem Weg fossile Brennstoffe. Kunststoffe, die in der Restmülltonne landen, werden verbrannt und gehen somit verloren.

Unser Tipp: Trennen Sie, so gut es geht. Je besser wir unseren Müll trennen, desto besser ist auch das Recycling!

„Mülltrennen ist ungemein wichtig. Das Recycling von Kunststoffverpackungen hängt maßgeblich davon ab, dass wir als Verbraucher unsere Verpackungen zuhause trennen und richtig entsorgen. Der getrennte Müll ist im wahrsten Sinne eine wertvolle Sammlung – für die Umwelt und für jeden einzelnen von uns.“

Lucia Kroiß
Product Group Manager, Greiner Packaging International

Mythos 8:
Plastik ist gesundheits­gefährdend!

In Plastikprodukten finden sich Weichmacher, Stabilisatoren und Farbstoffe und immer wieder ist von Gesundheitsrisiken zu lesen. Bei den Verpackungen von Greiner Packaging bestehen keine Risiken für den Menschen. Weichmacher wie Bisphenol A (BPA), die früher z. B. zur Herstellung von Babyflaschen benutzt wurden, werden heute nicht mehr eingesetzt. Dies wäre mittlerweile sogar verboten. Babyflaschen aus Polypropylen sind dementsprechend frei von Weichmachern und somit nicht gesundheitsgefährdend. Greiner Packaging stellte bereits 2009 auf eine bisphenolfreie Produktion um und war damit ein Vorreiter der Branche.

Wenn Gesundheitsrisiken von Plastik diskutiert werden, ist immer wieder von Mikroplastik die Rede. Als Mikroplastik werden Kunststoffteile bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie finden sich in Reinigungs- und Kosmetikprodukten wie Zahnpasten, Duschgels, Peelings etc. Wir als Hersteller von festen Kunststoffverpackungen (rigid packaging) bringen kein Mikroplastik in Umlauf.

Unser Tipp: Verzichten Sie auf Produkte, die Mikroplastik in flüssiger oder fester Form enthalten.

„Die regulatorischen Anforderungen an uns Verpackungshersteller sind enorm und zugleich sehr wichtig, denn sie garantieren die Sicherheit von Kunststoffen. Schädliche Weichmacher werden bei uns nicht verwendet. Niemand muss sich Sorgen machen, dass unsere Lebensmittelverpackungen eine Gesundheitsgefahr darstellen.“

Stephan Laske
R&D Director, Greiner Packaging International

Mythos 9:
Unser ganzer Plastikmüll wird exportiert und landet in Asien!

Kunststoffabfälle können wie Abfälle aus Aluminium, Glas oder Papier legal gehandelt werden. Kunststoffe werden als ungefährlicher Müll eingestuft, der nach EU-Recht frei gehandelt werden darf. Eingeschmolzene Kunststoffabfälle fließen in neue Plastikprodukte ein, womit der Handel mit Kunststoffabfällen also zunächst per se nichts Schlechtes ist.

Vom jährlich insgesamt erzeugten Plastikabfall in Deutschland wird ein Sechstel – nämlich gut eine Million Tonnen – ins Ausland exportiert. 2016 wurden in Österreich laut Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus rund 60 Millionen Tonnen Abfall produziert, davon rund 934.900 Tonnen exportiert, aber auch 806.200 Tonnen importiert. Zielländer für den Export sind meist die Nachbarländer: 44 Prozent des exportierten Mülls gelangen nach Deutschland, 19 Prozent in die Slowakei, 14 Prozent nach Tschechien. Importiert wird Müll vor allem aus Deutschland.

Ein Problem entsteht, wenn Kunststoffexporte weder vorsortiert noch gereinigt sind. So suchen sich Abnehmer in den Schwellenländern oftmals nur bestimmte Teile heraus, deren Verwertung lukrativ erscheint. Der Rest wird unter fragwürdigen Bedingungen verbrannt, landet auf einer Deponie, in Flüssen und anschließend im Meer.

Unser Tipp: Setzen Sie sich gegen den (zumeist illegalen) Export von unsortierten Plastikabfällen ein.

„Der Export von unsortierten Kunststoffabfällen sollte verboten werden. Auch illegale Exporte müssen stärker bekämpft werden. Wir stehen in der Pflicht, unseren Müll selbst zu entsorgen und zu recyceln. Arme Länder zu unserer Müllhalde zu machen, ist moralisch und auch umweltpolitisch nicht vertretbar.“

Alisa Schröer
Project Manager Circular Economy, Greiner Packaging International

Mythos 10:
Plastik­verpackungen sind schuld am Mikroplastik!

Die Verschmutzung der Umwelt und vor allem der Meere beschränkt sich leider nicht nur auf die sichtbare Vermüllung der Umwelt. Auch Mikroplastik stellt ein Problem dar. Mikroplastik sind Plastikstücke bzw. Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung entsteht Mikroplastik weniger durch Kunststoffverpackungen, sondern durch den Abrieb von Autoreifen, das Waschen von Kleidung und den Einsatz in Kosmetika.

Das Fraunhofer Institut hat 2018 bestätigt, dass Kunststoffverpackungen als Quelle von Mikroplastik eine verschwindend geringe Rolle spielen. Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) geht weiterhin davon aus, dass Mikroplastik in Kosmetikprodukten eher nicht gesundheitsschädlich ist, da die in diesen Produkten verwendeten Partikel größer als ein Mikrometer sind. Sollten Teile verschluckt werden, so werden diese größtenteils über den Stuhl wieder ausgeschieden. Dass sich gesundheitlich relevante Mengen Ethylen aus den Polyethylen-Mikrokunststoffpartikeln (etwa aus Peelings) im Magen-Darm-Trakt freisetzen, ist aus Sicht des BfR ebenfalls unwahrscheinlich. Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht keine Gefahr durch Mikroplastik z. B. im Trinkwasser.

Unser Tipp: Verzichten Sie auf Produkte wie Kosmetika oder Reiniger, die Mikroplastik in flüssiger oder fester Form enthalten. Wenn auch nicht dem Körper, so schaden diese der Umwelt.

„Als Verbraucher sollten wir auf Produkte verzichten, die Mikroplastik enthalten.“

Dieter Pölz
International Quality System Manager, Greiner Packaging International

Mythos 11:
Plastik heizt den Klimawandel an!

Richtig ist: Die Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Kunststoffen hat natürlich eine Umweltwirkung. Teil dieser Umweltwirkung ist das Emittieren von CO2. Aber: Jeder Österreicher verursacht ca. 8 Tonnen CO2 im Jahr. Deutlich unter 1 Prozent ist davon auf Kunststoffverpackungen zurückzuführen. Die weitaus meisten Emissionen resultieren aus dem Verkehr, der Erzeugung von Lebensmitteln oder der Bereitstellung von Energie.

Blickt man auf den gesamten Erdölverbrauch, so zeigt sich auch hier, dass nur ein geringer Anteil für die Produktion von Kunststoffen aufgewendet wird. Dies ist beachtlich, da Erdölverbrauch ein ganz wesentlicher Treiber von CO2-Emissionen ist. Lediglich 4 Prozent des Erdölverbrauchs entfallen auf Kunststoffe. Durch die Leichtigkeit und den funktionalen Schutz von Produkten helfen Kunststoffe dabei, Emissionen zu vermeiden. Würde man Kunststoffe durch alternative Materialien ersetzen (z. B. Glas, Aluminium, Papier), würden die CO2-Emissionen 2,7-mal höher liegen. Kunststoffe fördern den Ausstoß von Emissionen also nicht, sondern senken ihn, weil CO2 eingespart wird.

Unser Tipp: Setzen Sie dort an, wo Sie schnell einen Unterschied machen können. Vor allem beim Heizen und beim Transport können durch einfache Maßnahmen schnell viele Emissionen reduziert werden.

„Der Einsatz von Kunststoffen erzeugt wie (fast) alle Produkte Emissionen. Vor allem aber führt der Einsatz von Kunststoffen dazu, CO2-Emissionen einzusparen. Der Schutz durch Verpackungen vermeidet Lebensmittelabfälle und ist damit das beste Beispiel, wie durch Kunststoffe Emissionen aus der Landwirtschaft vermieden werden können.“

Konrad Wasserbauer
Circular Economy Director, Greiner Packaging International

Mythos 12:
Die Industrie tut nichts!

Gemeinsam mit über 400 Unternehmen haben wir uns im Jahr 2018 im Rahmen der Ellen MacArthur Foundation (eine Stiftung, die den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft beschleunigen will) verpflichtet, einen drastischen Kurswechsel zu vollziehen. Konkret geht es bei der 2018 gegründeten Initiative darum, unnötige Verpackungen zu vermeiden und dafür Sorge zu tragen, dass bis 2025 alle Kunststoffverpackungen wiederverwendet, recycelt oder kompostiert werden. Jedes Mitgliedsunternehmen ist dazu verpflichtet, individuelle Ziele festzuschreiben und der Ellen MacArthur Foundation regelmäßig über deren Fortschritt zu berichten.

Bei Greiner Packaging ist nicht nur ein eigenes Team entstanden, das sich mit dem Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigt. Vielmehr hat das Management das Thema ins Zentrum der strategischen Ausrichtung der Sparte gestellt. Auf allen Ebenen arbeiten die Kolleginnen und Kollegen der Greiner Packaging an der Umsetzung der Ziele. So überarbeiten wir das Design unserer Produkte und sorgen dafür, dass unser Produktportfolio recyclingfähig ist und ein erheblicher Teil unseres Materialeinsatzes durch Recyclingmaterial abgedeckt wird.

Unser Tipp: Genau hinschauen! Es gibt sehr viele Innovationen und Maßnahmen, die zu einem nachhaltigeren Gebrauch, aber vor allem zu einem nachhaltigeren Umgang mit Plastik führen.

„Unsere Antwort auf die Herausforderungen, die Kunststoffverpackungen mit sich bringen, lautet Kreislaufwirtschaft. Wir müssen und werden dafür sorgen, dass unsere Produkte recyclingfähig sind. Dies ist der Schlüssel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Nur was recycelt werden kann, kann später als Werkstoff wiederverwendet werden.“

Stefan Grafenhorst
Head of Sustainability & Corporate Responsibility, Greiner AG