Portrait von Herrn Rainer Perneker.
© Silvia Wittmann

Rainer Perneker zu einer nach­haltigen Lieferkette

Über 8.500 Lieferanten aus mehr als 50 Ländern sind weltweit als Geschäfts­partner Teil der Greiner-Erfolgsgeschichte. In einer komplexeren Welt nehmen die Ansprüche und Erwart­ungen immer weiter zu. Transparenz ist daher ein Schlüssel­faktor.

Rainer Perneker, CEO Greiner Bio-One International GmbH, im Interview.

Herr Perneker, wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten nachhaltige Geschäftspraktiken einhalten?
Nachhaltigkeit spielt bei unserer Lieferantenbewertung eine zentrale Rolle. Mit den meisten Lieferanten haben wir eine langfristige Geschäfts­beziehung. Dort wissen alle von unseren hohen Anforderungen. Bei neuen Lieferanten und Geschäftspartnern ist der Schlüssel die Kommunikation unserer Erwartungen. Wir haben beispielsweise einen Verhaltenskodex, der klar formuliert, was wir von unseren Partnern erwarten. Neben diesem bilateralen Herangehen spielen aber auch Lieferantenbewertungen durch Dritte eine immer größere Rolle. Nachhaltigkeitsratings und natürlich Audits sind darüber hinaus Möglichkeiten zu prüfen, ob die Einhaltung unserer Grundsätze gegeben ist.

Wie integrieren Sie nachhaltige Geschäftspraktiken in Ihre Lieferkette?
Als global operierendes Unternehmen stehen wir in der Pflicht. Die meisten Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft treten in unserer Lieferkette auf. Nachhaltiges Verhalten ist daher keine Option, sondern eine Verpflichtung für alle unsere Lieferanten. Deshalb haben wir in den letzten Jahren einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung unseres Lieferantenmanagements gelegt. Mit einer eigenständigen Sustainable Sourcing Policy haben wir außerdem einen Rahmen für die nachhaltige Beschaffung definiert. Neben dem Verhaltenskodex haben wir mit dieser Policy eine wichtige interne Säule etabliert, die zu mehr Transparenz und somit zu einer nachhaltigeren Lieferkette beiträgt.

Wie gehen Sie mit Lieferanten aus sogenannten Risikoländern um?
Der Anteil unseres Einkaufs aus Risikoländern ist auf einem konstant niedrigen Niveau. Weniger als 20 Prozent unseres Einkaufs kommen aus sogenannten Risikoländern. Damit minimieren wir die Risiken in unserer Lieferkette. Nichtsdestotrotz sind wir beim Einkauf aus Risikoländern besonders wachsam und unterziehen neue Lieferanten einer ent­sprechend kritischen Evaluierung. Die Kommunikation und auch die Prüfung der Einhaltung unserer Vorgaben ist hier von besonderer Relevanz.

Welche großen Herausforderungen sehen Sie im Einkauf?
Der Einkauf stellt für uns einen starken Hebel dar, um positive, nachhaltige Veränderungen anzukurbeln. Die Beschaffung ist zudem aus betriebs­wirtschaftlicher Sicht von enormer Bedeutung für uns als Unternehmen. Global vernetzte Wertschöpfungs- und Lieferketten werden immer komplexer. Um damit umgehen zu können, gilt es, intern entsprechende Strukturen zu schaffen. Wir haben daher unseren Einkauf gestärkt, eine umfassende Beschaffungsstrategie entwickelt und klare Vorgaben für unsere Geschäftspartner etabliert. Zudem sind wir aktuell dabei, unsere Prozesse für die Kontrolle unserer Vorgaben weiter voranzutreiben.