Portrait von Herrn Moser.
© Silvia Wittmann

Hannes Moser zur Verantwor­tung als Arbeit­geber

Ein gutes Betriebsklima, flexible Arbeitszeiten, Teamarbeit, eine faire Bezahlung: Diese Themen stehen auf der Wunschliste der jungen Generation. Um talentierte Mitarbeiter zu gewinnen, gilt es, als Unternehmen eine Antwort auf diese Anforderungen zu finden.

Hannes Moser, Finanzvorstand Greiner AG, im Interview.

Herr Moser, Flexibilität, Work-Life-Balance, eine sinnstiftende Tätigkeit auszuüben und angemessene Bezahlung sind der jungen Generation wichtig. Wie gehen Sie damit bei Greiner um?
Die Anforderungen an Unternehmen haben sich verändert und es gilt, darauf Antworten zu finden. Ich bin überzeugt, dass es jedoch auch weiterhin sehr wichtig ist, den Mitarbeitern gegenüber Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Unsere Mitarbeiter sollen wissen, dass wir für ihr Engagement dankbar sind. Wir müssen ihnen die Chance geben, ihre Meinung zu äußern, womit wir echte Teilhabe gewährleisten. Damit entsprechen wir in unserer Unternehmens­kultur den Anforderungen junger Menschen. Außerdem müssen wir einen klaren Karriereweg aufzeigen. Auch neue Wege einzuschlagen, damit Flexibilität nicht nur ein Schlagwort bleibt, muss unser Ziel sein.

Leadership ist das heutige Schlagwort der Managementwelt. Wie wollen Sie eine gute Führung bei Greiner fördern?
Menschen sind unterschiedlich und wir alle haben unsere Stärken und Schwä­chen. Für mich geht es bei Leadership immer darum, eine Umgebung zu schaffen, in der unsere Mitarbeiter inspiriert werden, zur Lösung der Probleme unserer Zeit beizutragen. Genau das wollen wir bei Greiner sehen. Wir möchten mit unseren Führungskräften eine gemeinsame Vision entwickeln, die unsere Mitarbeiter mit Empathie und gelebter Verantwortung nachhaltig motiviert. 

Die Welt um uns herum verändert sich in einem enormen Tempo. Wie stellen Sie sicher, dass die Menschen bei Greiner diese zahlreichen Veränderungen mittragen?
Der Wandel ist enorm. Ein Blick auf unser Verpackungsgeschäft ist das beste Beispiel: der Übergang von einem linearen zu einem zirkulären Geschäftsmodell. Um diese Veränderung zum Erfolg zu führen, müssen wir alle Herzen und Köpfe gewinnen. Wir wollen Veränderungen verstehen, managen und Menschen mobilisieren. Wir müssen immer wieder erklären, wie wir auf die veränderten Bedingungen reagieren wollen. Es ist unsere Aufgabe, einen regen Austausch zu den Themen zu fördern, mit denen sich unsere Mitarbeiter beschäftigen. Ich halte es auch für wichtig, eine gesunde Fehlerkultur zuzulassen. Denn nur wenn wir keine Angst vor Fehlern haben und aus ebendiesen lernen, können sie ein enormer Gewinn sein. 

Greiner hat als Familienunternehmen eine besondere Kultur des Vertrauens, der Anerkennung und der Wertschätzung. Wird diese Kultur bleiben, wenn Greiner noch internationaler wird?
Dieses Unternehmen wird niemals wie jedes andere sein. Die Menschen und unsere Geschichte machen es einzigartig. Ich kann versprechen, dass Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung immer die treibenden Prinzipien sein werden, solange Axel Kühner und ich die Verantwortung tragen. Unsere Strategie der Globalisierung und Diversifikation bringt jedoch neue Kulturen, Menschen mit unterschiedlichen Identitäten und Hintergründen ins Unternehmen. Ich hoffe sehr, dass wir als Unternehmen das Neue, das darin steckt, annehmen und das Beste aus der Vielfalt machen, die die Welt bietet.