Verfasser*in: Alexander Berth

Unser ökologischer Fußabdruck – und wie wir ihn verkleinern werden

In einer dreiteiligen Serie beleuchten wir Greiners aktuelle Nachhaltigkeitsperformance. Hier im Detail: Greiners Klimabilanz 2021 und welche Maßnahmen wir setzen, um sie zu verbessern.

2,5 Millionen Tonnen CO2. Klingt viel. Ist es auch. Das ist die Menge Kohlendioxid, die Greiner global direkt und indirekt, zum Beispiel durch seine Produkte, verursacht. Das ist ungefähr so viel wie Montenegro jährlich an CO2 produziert. Und die CO2-Uhr tickt unaufhaltsam. Wollen wir, dass sich die Erde „nur“ um 1,5 Grad Celsius – und nicht mehr – erwärmt, dann bleiben uns nur noch sieben Jahre. Dann ist das globale CO2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel aufgebraucht und wir müssen klimaneutral wirtschaften. Sonst geht es schon in Richtung 2,5 Grad Erderwärmung und mehr– mit fatalen Konsequenzen für das gesamte (Zusammen-)Leben auf diesem Planeten.

„Wir sind uns unseres enormen ökologischen Fußabdrucks und der damit einhergehenden Verantwortung sehr bewusst. Wir müssen alles daransetzen, bis 2030 in unserem eigenen Wirkungsbereich klimaneutral zu werden.“

Axel Kühner, CEO, Greiner AG

Der Blue Plan als Handlungsrahmen

Vor dem Hintergrund der Klimakrise hat Greiner im Jahr 2020 in allen Unternehmenssparten einen tiefgreifenden Wandel für mehr Nachhaltigkeit angestoßen. Den Rahmen dafür bildet der Blue Plan, unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Wir bekennen uns zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und werden unseren Beitrag zu deren Erreichung leisten.

Ohne Transparenz keine Nachhaltigkeit

Damit wir wissen, ob unsere Maßnahmen Erfolg haben, beobachten wir die Effekte unserer Transformation sehr genau. Jetzt liegen die Nachhaltigkeitsdaten für das Jahr 2021 vor, anhand derer sich ablesen lässt, was seither gelungen ist – und wo wir noch Handlungsbedarf haben. Wir legen das offen, weil wir finden, dass Nachhaltigkeit nur mit Transparenz funktionieren kann. Das betrifft auch unsere Ziele, die im Blue Plan niedergeschrieben sind. Diese werden wir bis zum Ende des Jahres noch weiter verschärfen und in Science Based Targets umwandeln. Das sind Emissions-Zielwerte, die im Einklang mit den Vorgaben zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens stehen.

„Wir machen transparent, wo wir gerade auf unserem Weg in Richtung Nachhaltigkeit stehen – auch die für uns unbequemen Wahrheiten.“

Stefan Grafenhorst , Global Head of Sustainability & Corporate Affairs

Direkte Emissionen verringert

Bei Greiners 2,5 Millionen Tonnen Gesamtemissionen pro Jahr unterscheiden wir nach dem internationalen Standard zwischen Scope 1, 2 und 3-Emissionen (siehe Text weiter unten: Scope 1 ,2 und 3-Emissionen – Was ist das?). Greiner konnte 2021 seine Scope 1- und 2-Emissionen gegenüber 2018 um 34 Prozent verringern. Bis 2030 wollen wir im Konzern unsere Scope 1- und Scope 2-Emissionen um 53 Prozent gegenüber dem Wert von 2018 verringern. Es ist also noch sehr viel zu tun. Hervorzuheben ist zugleich die Leistung der Verpackungssparte: Diese hat ihre Scope 1- und Scope 2-Emissionen gegenüber 2020, also innerhalb eines Jahres, um 20 Prozent beziehungsweise 23.500 Tonnen CO2 reduzieren können.

Indirekte Emissionen machen den Löwenanteil aus

Den Löwenanteil (94 Prozent oder 2,3 Millionen Tonnen in CO2-Äquivalenten) unserer gesamten Emissionen machen die Scope 3-Emissionen aus. Bei der Berechnung für 2021 wurden mehr Aspekte berücksichtigt, weshalb ein Vergleich zum vorangegangenen Jahr nicht zielführend ist. Die Emissionen für das Jahr 2021 wurden von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft gemäß ISAE 3410 Standards unter Anwendung des „Limited Assurance” Ansatzes geprüft.

Scope 1, 2 und 3 Emissionen – Was ist das?

Bei der Berechnung unseres ökologischen Fußabdrucks wird grundsätzlich zwischen Scope 1, 2 und 3 Emissionen unterschieden. Scope 1-Emissionen sind direkte Emissionen, die aus den eigenen Anlagen des Unternehmens stammen und Scope 2-Emissionen beinhalten Strom, Dampf, Wärme oder Kälte, die zugekauft werden und daher außerhalb eines Unternehmens zu indirekten Emissionen führen. Zu den Scope 3-Emissionen zählen alle sonstigen indirekten Emissionen, die aus unternehmensfremden Tätigkeiten wie der Herstellung und den Transport eingekaufter Güter oder der Verteilung, Nutzung und Entsorgung eigener Güter entstehen. Die Ermittlung unserer Scope 3-Emissionen konnten wir im Jahr 2021 erstmals umfassend durchführen.

„Öl und Gas sind nicht unsere Zukunft, sondern die grünen Alternativen.“

Axel Kühner, CEO, Greiner AG

Globalen Ökostrom-Anteil auf 35 Prozent gesteigert

Um unseren – aktuell noch enormen – ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, unternehmen wir im ganzen Konzern viele Anstrengungen. Eine der wichtigsten Maßnahmen im Bereich der Produktion: Wir steigen weltweit um auf Strom aus erneuerbaren Energien. Bereits seit Juli 2019 beziehen alle österreichischen Standorte von Greiner zu 100 Prozent zertifizierten Grünstrom. Weltweit konnte der Anteil von 26 Prozent 2020 auf 35 Prozent 2021 gesteigert werden. Bis 2030 sollen 90 Prozent weltweit des von Greiner benötigten Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen – ein Teil davon sogar von Greiner selbst durch Photovoltaikanlagen produziert. Den selbst produzierten Strom konnten wir von 2020 auf 2021 leicht steigern (von 0,11% auf 0,13%), um aber unser Ziel von 1,5% im Jahr 2025 zu erreichen, müssen wir hier definitiv weitere Maßnahmen setzen. Das gilt hier wie für alle unsere Bereiche, wenn wir die Klimakrise erfolgreich bewältigen wollen.

Wie unsere Nachhaltigkeitsbilanz im Bereich der Kreislaufwirtschaft und der Menschen bei Greiner aussieht, lest ihr demnächst in diesem Blog. Haben Sie noch Hinweise oder Fragen? Hier können Sie uns kontaktieren.

Portrait Alexander Berth

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Alexander Berth

Sustainability Communications Manager Greiner AG

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