Portrait von Herrn Schleiss.
© Silvia Wittmann

Michael Schleiss zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen

Wachstum auf Kosten der Umwelt stellt kein nachhaltiges Geschäftsmodell dar. Die Re­duzierung des ökologischen Fußabdrucks muss daher noch stärker in den Fokus von Unter­nehmen rücken.

Michael Schleiss, CEO Greiner Foam International GmbH, im Interview.

Herr Schleiss, die globalen Umweltherausforderungen waren noch nie größer und noch nie komplexer. Was kann ein einzelnes Unternehmen wie Greiner zur Lösung beitragen?
Ich glaube, dass es keine Rolle spielt, welche Größe ein Unternehmen hat. Alle Firmen müssen einen Beitrag zur Lösung der Umweltprobleme leisten. Wir stehen an einem Punkt, an dem wir alle eine Entscheidung treffen müssen: Suchen wir nach neuen Wegen und beginnen, ressourceneffizienter zu werden, oder setzen wir auf alte Strategien? Bei Greiner haben wir uns entschieden! Sehr unterschiedliche Maßnahmen werden aus meiner Sicht erforderlich sein. Wir wissen zum Beispiel, dass fossile Brennstoffe ungefähr drei Viertel jener globalen Emissionen ausmachen, die den Klimawandel verursachen. Eine Maßnahme muss daher sein, Schritte zu unternehmen, um den Übergang zur Nutzung sauberer Energie zu beschleunigen.

Ressourceneffizienz ist der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft. Was genau planen Sie, um ein ressourcenschonenderes Unternehmen zu werden?
Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen immer mehr konsumieren und damit immer mehr Ressourcen verbrauchen. Wir überstrapazieren damit ganz deutlich die Regenerationskraft unseres Planeten. Wir bei Greiner versuchen, dem Problem mit einem ganzen Maßnahmenpaket entgegenzuwirken. Ressourcen­effizientere Produktionsanlagen sind ein Aspekt – wir werden daher weiter in neue Maschinen investieren. Außerdem beleuchten wir genau, wie das Produktdesign von morgen aussehen muss. Wir wollen sicherstellen, dass wir Produkte entwickeln, die wiederverwertet werden können. Im Moment stellen wir förmlich alles auf den Kopf und hinterfragen alle Prozesse und Strukturen.

Ist Kreislaufwirtschaft die Lösung zur Rettung des Planeten?
Wir sind überzeugt, dass die alleinige Steigerung der Ressourceneffizienz nicht ausreichen wird. Es bedarf einer umfassenderen Änderung im Umgang mit Ressourcen. Es ist offensichtlich, dass unsere Wirtschaft in ihrem Wertschöp­fungsmodell verschwenderisch ist und zumeist weiterhin ein Make-Use-Dispose-System betreibt. Ich bin überzeugt, dass ein solches System nicht nachhaltig sein kann. In einer Kreislaufwirtschaft würden aus der Erde gewonnene Ressourcen immer aufs Neue wiederverwendet werden, während nachwachsende Ressourcen so lange wie möglich genutzt und auf biologisch gesunde Weise zurückgeführt würden.

Was steht als Nächstes auf der Greiner-Agenda, um als Unternehmen nachhaltiger zu werden?
Uns muss klar sein: Die Kosten, nichts zu tun, werden höher sein, als jene, jetzt etwas zu tun. Die Auswirkungen der von uns verwendeten Materialien auf die Umwelt in den Fokus zu stellen, muss weiter vorangetrieben werden. Wir werden die Abfälle, die wir produzieren, weiter reduzieren und natürlich unseren Emissions­ausstoß ins Visier nehmen müssen. Kurz gesagt: Es geht um nachhaltiges Ressourcenmanagement. Der Schlüssel wird eine bessere Integration von Nachhaltigkeit in unsere täglichen Geschäftsentscheidungen sein. Wir müssen unsere Kunden und Lieferanten dazu ermutigen, mehr zu tun und schneller zu handeln.