Verfasser*in: Greiner AG

Im Kreis denken: Wie wir unsere Produkte optimieren und Recycling ankurbeln

In einer dreiteiligen Serie beleuchten wir Greiners aktuelle Nachhaltigkeitsperformance. Hier im Detail: Greiners Kreislaufwirtschafts-Bilanz 2021 und welche Maßnahmen wir setzen, um sie zu verbessern.

Die Welt steht vor multiplen Krisen – Klima, Energie, Teuerung, Krieg in Europa, Pandemie – dabei droht eine enorme Herausforderung fast schon in Vergessenheit zu geraten: die kontinuierliche Verschmutzung unserer Umwelt durch Plastik. Doch nach wie vor gelangen jährlich 11 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. Die Folgen dieser Vermüllung sind kaum vorstellbar: – bis es am Ende auch die Menschen erreicht. Selbst wenn die Umweltverschmutzung durch Plastik von heute auf morgen aufhören würde, würde sich die Menge an Mikroplastik in den Weltmeeren in den kommenden Jahren immer noch vervielfachen. Für uns als Kunststoffproduzenten ist deshalb klar: Wir müssen schnell handeln.

Zwar tun wir alles, um unsere Produkte recyclingfähig und ressourcensparend zu produzieren, doch die Entsorgung und Wiederverwertung lässt sich nicht vollends von uns kontrollieren. Die Konsumenten und jeweiligen Märkte tragen in diesem Punkt schlussendlich die Letztverantwortung. Auch wenn die Produkte auf Müllverbrennungsanlagen oder Deponien landen statt in der Umwelt, ist das noch lange nicht ideal. Mülldeponien setzen Methan frei, ein Treibhausgas, das 21-mal stärker als CO2 ist. Die Deponierung kann außerdem zu Grundwasserverschmutzung führen und gesundheitliche Schäden für Menschen, Tiere und Pflanzen auslösen. Beim Verbrennen der Kunststoffe entstehen CO2-Emissionen, die wir nun erstmals im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsreportings 2021 berechnet haben. Mit 22 Prozent machen diese so genannten End-of-Life Emissionen einen enormen Anteil unserer Gesamtemissionen aus.

„Sowohl die Plastikkrise als auch die Klimakrise werden sich nur mit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft lösen lassen – dafür müssen wir noch viel tun.“

Axel Kühner, CEO, Greiner AG

Pilotprojekte zu Matratzenrecycling, Joghurtbechern und Schulmilch

Damit unsere Produkte in Zukunft nicht mehr in der Natur, auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen ihr Ende finden, sondern zurück in den Kreislauf gelangen oder ein längeres Leben führen, investieren wir massiv in die eigene Produktentwicklung. Bis 2025 wollen wir alle unsere Kunststoffverpackungen so weiterentwickelt haben, dass sie sich wiederverwenden, recyclen oder kompostieren lassen. In den vergangenen Monaten konnten diesbezüglich einige Pilotprojekte umgesetzt werden, etwa der „K3® r100 Becher“ – ein Joghurtbecher, der sich selbst trennt – oder ein Forschungsprojekt zum Recycling von Matratzen gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF. Auch wird zum ersten Mal die Schulmilch in Oberösterreich in 100 Prozent nachhaltigen Bechern aus recyceltem PET (r-PET) abgefüllt. Gemeinsam mit den anderen Projektpartnern erhielten wir dafür den TRIGOS, die Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften. All diese Projekte kurbeln die Kreislaufwirtschaft an und zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte.

Portrait von Herrn Stefan Grafenhorst.

„Nur durch Innovation und neue Denkansätze werden wir unser Ziel erreichen, ein vollständig zirkuläres Unternehmen zu werden.“

Stefan Grafenhorst, Global Head of Sustainability & Corporate Affairs, Greiner AG

Mehr recycelte Kunststoffe in der Produktion

In der Produktion werden wir stärker als bisher auf recycelte Kunststoffe zurückgreifen. Indem wir bereits produzierte Materialien wiederverwenden, konnten wir enorme Mengen an Abfall und Emissionen einsparen. Hier gilt es Recyclingströme weltweit auszubauen, um eine Kreislaufwirtschaft zu realisieren.

Anstieg an deponierten Abfällen.

Greiner ist im letzten Jahr gewachsen. Wachstum bedeutet aber auch mehr Produktion, und damit auch mehr Abfälle. Unsere deponierten Abfälle sind von 2020 auf 2021 um 848 Tonnen gestiegen, was den Anteil von deponiertem Abfall am Gesamtabfall von neun auf elf Prozent anwachsen ließ – diese Entwicklung können wir nicht gutheißen, denn die Deponierung von wertvollen Rohstoffen muss ein für alle Mal ein Ende finden. Allerdings muss erwähnt werden, dass diese Verschlechterung auch einer verbesserten Datenqualität geschuldet ist (während 2019 noch 26 Prozent aller Abfälle der Kategorie „Unbekannt“ zugeordnet waren, konnten wir 2021 93 Prozent unserer Abfälle genau den verschiedenen Kategorien zuordnen). Was feststeht: Um unser Ziel, keine Abfälle mehr zu deponieren, in Europa bis 2025 und weltweit bis 2030 zu erreichen, müssen wir unsere Anstrengungen intensivieren.

Auch Lieferketten müssen nachhaltiger werden

Weiteren großen Handlungsbedarf haben wir im Bereich unserer Lieferketten: Unser Ziel, dass 80 Prozent der Lieferant:innen nachhaltig wirtschaften, also über einen sogenannten Code of Conduct, einen Verhaltenskodex, verfügen, wurde 2021 – so wie auch 2020 – verfehlt. Zudem gibt es bisher noch keine K.O.-Kriterien, dass Lieferant:innen, die nachweislich nicht nachhaltig sind, nicht ausgewählt werden dürfen. Das und vieles anderes bei uns wird sich ändern.

Zu diesem Zweck beginnen wir mit einer Risikoprüfung aller unserer Lieferant:innen basierend auf der jeweiligen Branche, in der sie tätig sind, und ihrer Betriebsstandorte. Dieses Screening wird uns helfen, Prioritäten zu setzen, auf welche Lieferant:innen wir uns bei der ESG-Bewertung konzentrieren sollten. Parallel dazu werden wir Nachhaltigkeitskriterien in die Auswahl unserer Lieferant:innen sowie in die Leistungsbewertung unserer Einkäufer:innen integrieren.

Lesen Sie auch in diesem Blog, wie unsere Nachhaltigkeitsbilanz 2021 im Klimaschutz und der Menschen bei Greiner aussieht. Haben Sie noch Hinweise oder Fragen? Hier können Sie uns kontaktieren.

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